FERIEN Teil 2: Meditations Camp

Nach unserer mehr als erfolgreichen Rundreise durch halb Thailand begann für mich das Meditations Camp in einem internationalen Tempel im Süden Thailands. Es war wohl der weniger spaßige, aber kaum weniger interessante Teil meines Urlaubs.

Ich begab mich also am 31.3. dorthin, um schon mal mein Zimmer zu beziehen, alle Leute und den Ort kennen zu lernen, um dann am nächsten Morgen gleich richtig durchstarten zu können. Das Grundgerüst war recht einfach aufgebaut, jeder bekam ein eigenes Zimmer, mit einem Bett aus Beton, einem Kopfkissen aus Holz, einem Mückennetz und einer Decke. Außerdem bestanden die Regeln, dass es nicht erlaubt war zu reden, dass es nur zwei Mahlzeiten am Tag gab, das man sich an den Tagesablauf halten musste und, dass man versuchen sollte die ganzen 10 Tage durchzuhalten. Zusätzlich musste man jegliche Elektronische Geräte abgeben, wie z.b. Handys, Uhren, Laptops oder iPods, aber auch Bücher, sowohl zum lesen als auch selber schreiben waren nicht erlaubt. Alleine das war ja schon Herrausforderung genug, aber auch der tägliche Ablauf hatte es in sich. Denn jeder Tag begann schon um 4°° Uhr morgens, mit einem kräftigen Läuten der von jedermann geliebten Glocke, und anschließendem meditieren und Yoga. Außerdem gab es noch einen Mönch der jeden Morgen was erzählte, und so gab es immer erst um 8°° Uhr Frühstück. Anschließend hatte man ein bischen Freizeit um z.B. mit der Hand Wäsche zu waschen und danach wurde erst etwas über Buddhismus erläutert, was meist wirklich spannend war und danach wurde wieder meditieren geübt, sowohl im sitzen als auch stehen und laufend. Gegen 12.30 Uhr gab es dann das heißgeliebte Mittagessen, was im Gegensatz zum Frühstück nicht nur aus einer schleimigen Reissuppe bestand. Danach gabs wieder ein bischen Freizeit und am Nachmittag wurde der Vormittag wiederholt, aber es gab zusätzlich noch eine Gesangsstunde, bei der buddhistische Verse gemeinsam gesprochen wurden. (die einzige Gelegenheit am Tag mal etwas zu sagen) Um sechs gab es dann ein Glas Tee anstelle von einem Abendbrot, aber nach ein paar Tagen hatte ich eh keinen Hunger mehr abends. Als es dann dunkel war, wurde erneut sitzend meditiert und eine Gruppen-Lauf-Meditation geübt, welche daraus bestand in einer Reihe, barfuß, im Dunkeln um einen Teich herum zu gehen und zu meditieren, aber eigentlich guckten eh immer nur alle den wunderschönen Sternenhimmel an. Um 21.°° Uhr war dann der Tag für uns zu ende und alle fielen erschöpft in ihre Steinbetten. Vor allem ich war super müde nach den letzten zwei Wochen und hätte wohl eh überall schlafen können.

Die Tage zogen sich dann so dahin, und da jeder Tag so ganz genau wie die anderen war, fiel mir kaum auf, als schon fast der gesamte Aufenthalt vergangen war. Das einzige was sich veränderte war die Anzahl der anderen ausländischen Meditierenden, denn es wurden fast täglich weniger, da es doch nicht ganz so einfach war sich an alle Regeln zu halten und bis zum Ende durchzuhalten. Auch für mich war es nicht einfach, wieso auch, aber es war schlechthin eine tolle Erfahrung so viel Zeit mit sich selber zu verbringen und nachzudenken über die vergangenen und kommenden Monate (auch wenn uns immer wieder eingeschärft wurde im hier und jetzt zu leben und nicht unsere Gedanken an vergangenes oder kommendes zu verschwenden.) Nach acht Tagen hielten die meisten Teilnehmer es dann nicht mehr aus und man konnte hier und da schon ein leises Flüstern hören, aber richtig schlimm wurde dass dann erst am neunten Tag, denn der war größtenteils frei zu gestalten, damit man mehr Zeit zum meditieren, (oder eben zum zurück ziehen und reden) hatte. Außerdem gab es an diesem Tag auch nur eine Mahlzeit, was noch mal eine neue Herausforderung darstellte.

Als dann am Morgen des elften Tages endlich das Schweigen gebrochen werden durfte, waren alle erst sehr zögerlich, keiner traute sich laut was zu sagen oder einen anderen ungehemmt voll zulabern, aber nach einiger Zeit tauten alle auf und es entstanden spannende Gespräche mit Leuten aus aller Welt. Denn die Teilnehmervielfalt, war wirklich beeindruckend. Es gab Leute aus Südafrika, Pakistan, den USA, Frankreich, Italien, Estland und vielen anderen Ländern dieser Welt (aber natürlich auch wieder überdurchschnittlich viele Deutsche) und alle hatten beeindruckende Geschichten zu erzählen, wo sie schon waren oder wo sie als nächstes hinwollten, da konnte man ja einfach nur Fernweh bekommen, auch wenn man schon am anderen Ende der Welt ist......

 

 
21.4.10 16:25
 


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