FERIEN!! Teil1: Urlaub

Nachdem ich ja schon seit einiger Zeit Ferien habe und schon viel erlebt hatte (wie z.B. mein erster Geburtstag im Sommer und wie mein Onkel Mönch wurde) stand nun vom 16. – 31.3.10 unser sogenannter „independent travel“ , unser eigenständiger Urlaub, an.
Wir fuhren in einer Gruppe aus elf AFSérn, aus verschiedensten Ländern zuerst drei Tage in den Norden, (Doi Maesalong bei Chiang Rai). Dann zwei Tage nach Bangkok und danach zehn Tage in den Süden (die Inseln Koh Tarutao, Koh Lipe und Koh Phangan). Nun im Detail ;-)......

Zuerst verschlug es uns also nach Doi Maesalong einem Berg, auf dem nur recht wenige Leute leben, zum Großteil chinesischstämmige oder das Volk der Akha. Nach einer ermüdenden Nachtfahrt im Bus und zusammengequetschter Fahrt in einem rumpelnden, alten Truck kamen wir in dem Dorf an, wo uns der Gasthausbesitzer freundlich begrüßte. Wir hatten dann zwei kleine Räume mit Matratzen und Ventilator und je ein Kaltwasserbad. Rundum zufrieden, glücklich, beisammen zu sein und aufgeregt auf die folgenden Tage ruhten wir uns erst mal aus. Am Abend machten wir dann erst mal einen langen Spaziergang um wenigstens noch ein bischen die Gegend kennen zulernen in der wir gelandet waren und um den wunderschönen Sonnenuntergang anzusehen. Am nächsten Tag gings dann auf richtige Wanderschaft:  auf einem hübschen, einsamen Wanderweg durch die waldige Natur, mit tollen Ausblicken auf das grüne Tal, die Teefelder, das Dorf, und einmal stolperten wir sogar über einen alten, chinesischen Tempel. Wir hatten eine vom Herbergsvater liebvoll gemalte, aber miserable Karte und orientierten uns mehr oder weniger daran. Immerhin stimmte sie im Grundriss, so dass wir tatsächlich auf zwei Dörfer von Ureinwohnern trafen. Wir fühlten uns um Jahrhunderte zurückkatapultiert. Auf Stelzen stehende Holzhütten mit Strohdächer. Schweine, Hühner, Kühe, Hunde, Gänse; freilaufend oder in Käfigen. Kinder in schmuddeligen Klamotten spielten auf den staubigen Wegen und kreischten, wenn sie uns sahen. Kamen aus ihren Verstecken, als wir sie mit Keksen lockten. Ein alter Mann mit Pfeife zwischen den Lippen trieb Kühe vor sich her und schaute uns ziemlich argwöhnisch an. Eine Frau mit auf dem Rücken gebundenem Baby schleppte mit Hilfe einiger Mädchen Bambusrohre. Menschen arbeiteten sich auf Feldern den Rücken krumm. Wir entdeckten vereinzelte Motorräder, auch die Satellitenschüsseln passten nicht ins Bild. Eine sehr alte Frau humpelte bucklig auf uns zu und lächelnd hieß sie uns in ihrer, uns fremden, Sprache, ihr zu folgen. Warum nicht? Sie führte uns die Holzleiter hoch zu ihrem Haus. Es hingen Werkzeuge herum, Maiskolben hingen zum trocknen, Klamotten, ein veralteter Kalender mit Bild des Königs. Wir ließen uns auf die Bastmatte nieder und bei einem Tee saßen wir schweigsam zusammen, denn die Frau erzählte ein bisschen, klagte augenscheinlich von ihren Rückenbeschwerden und Beinschmerzen und ihren fehlenden Zähnen. Und holte dann einen Korb mit Handarbeit: bestickten Taschen und Armbänder mit eingearbeiteten Samenkörnern, teils echt schön. Wir kauften ihr ein bisschen was ab, dann war sie zufrieden. Wir dankten und gingen. Aus dem Dorf heraus trafen wir auf das „Hilltribe Development Center“, das eine Thaifrau bewohnte. Sie ließ uns auf ihrer Terrasse sitzen, servierte uns Kaffee und wir aßen unser mitgebrachtes Essen und unterhielten uns mit ihr. Nach einiger Zeit machten wir uns auf den Rückweg, um vor Sonnenuntergang im Gasthaus zu sein.
Nach der zweiten Nacht war dann auch schon der Aufbruch, zurück nach Bangkok. Runter von unserem Berg verbrachten wir noch den halben Tag in Chiang Rai und besichtigten einen der coolsten Tempel den ich je gesehen habe. Er war komplett weiß von außen und mit kleinen Spiegel und sogar Totenköpfen verziert und im Inneren gab es nicht wie erwartet diese traditionellen goldenen Malerein von Buddhas, sondern Comicähnliche Zeichnungen von Raumschiffen, Zeichentrickfiguren und anderen modernen Dingen. Wirklich faszinierend. Am Abend stiegen wir dann wieder in den Bus, in dem wir zumindest gefühlt mehr Zeit verbachten als draußen, und fuhren zurück nach Bangkok.
Nach zwei tollen Tagen in Bangkok, an denen wir zu einem Konzert gingen und ein paar andere Austauschschüler auf ihrer Durchreise trafen, ging der Südenteil unserer Reise los. In Hat Yai, einer der südlichsten Städte Thailands torkelten wir wieder mal nach einer mittelgemütlichen Nacht aus dem Bus. Dort teilten wir uns in zwei Gruppen auf: die erste fuhr direkt weiter aus die Insel Koh Tarutao und die andere verbrachte eine Nacht in Hat Yai, um auf einen Nachkömmling der Gruppe zu warten und Essen einzukaufen. Ich war in der ersten Gruppe und fuhr so schon mit 4 anderen los um unser kleines Paradies der nächsten Tage zu erkunden  Die Fährenfahrt war dann wirklich atemberaubend. Der Wind pfiff uns so  laut um die Ohren, dass wir schreien mussten, um uns zu unterhalten. (Was uns vom unterhalten nicht abhielt) Das Meer, in einem unglaublichen Türkisgrünblau, bäumte sich schäumend und gewaltig hinter den Motoren auf, glättete sich in einiger Entfernung und ruhte still und sanft in einer perfekten Linie am Horizont, durchbrochen nur von den majestätisch emporragenden Inseln, felsig und waldig. Je näher wir der Unseren kamen, desto deutlicher zeichnete sich ein weißer Streifen dort ab, wo das Meer aufs Land traf: ein sauberglitzernder Strand. Im Himmel nichts als Sonne, Vögel und viel, viel Blau. Wir ließen das alles superaufgeregt, beeindruckt und fröhlich auf uns wirken und freuten uns tierisch uns für die erste Gruppe entschieden zu haben um einen Tag länger in diesem Paradies bleiben zu können. Die anderen folgten dann am nächsten morgen mit Fertigsuppen, Nudeln und Dosengemüse im Gepäck (als ob wir einen Schiffbruch planten).
Auf der Insel hatten wir dann ein kleines Lager, an einem unberührten Strand, nur aus zwei Zelten in denen wir unsere Rucksäcke und vor allem das Essen verstauten um es vor den Affen zu schützen (die doch tatsächlich schon an unserem ersten Tag unsere Papaya geklaut und fast vollständig aufgegessen hatten). Außerdem hatten wir eine aus Steinen und zusammengetragenem Holz markierte Feuerstelle, und die Jungs, ganz Robinson Crusoe, bastelten eine Hängematte und zogen pläneschmiedend los, um Kokosnüsse zu ernten. (erfolglos!!) So verbrachten wir dann drei schöne Tage: schwimmend, Wasserball spielen, Muscheln sammelnd, Strandspaziergänge, lesend, herumliegend, quatschend, Bräune / Sonnenbrände vergleichen, dann und wann die Bastmatte mit dem Schatten verschieben und dann alles wieder von vorne. Abends dann entzündeten wir das Feuer und kochten mittelguten Fraß, der aber wegen des Hungers köstlich schmeckte. Nachts schliefen wir dann um das Feuer herum, sahen die tollen Sterne und hörten das Meer rauschen. Einfach ein Traum, nur echt!
Gleich neben Koh Tarutao liegt Koh Lipe. Es ist viel kleiner als Tarutao und ganz, ganz, anders. Es war unser nächstes Ziel und schon beim Anlegen war der Unterschied klar. Der Strand war voll von Bars und Restaurants, Schilder auf Englisch priesen Resorts, Touren, und mietbare Boote, an. Es räkelten sich knapp bekleidete, rote und weiße Ausländer (meist leider Deutsche) am Strand und unsere Tage dort waren natürlich dementsprechend teurer. Auf der Insel gibt es eine (!) Straße, gesäumt von stilvollen Restaurants, Cafés, Bars, Tattoobuden und Geschäften. Wir hatten uns zwei hübsche Bungalows am anderen Strand gebucht und entsprechend der Preise schliefen wir mit 5-6 Leuten in einem Bungalow für 2.
 Anders das Angebot, anders waren dann auch unsere Beschäftigungen. Das obligatorische Schwimmen und am Strand liegen fehlte natürlich nicht, doch außerdem liefen wir die Fußgängerstraße auf- und ab, setzten uns in Cafés, stöberten in Buchgeschäften, aßen gut (und zu viel ;-) ), saßen abends am Strand in einer Bar, bei Musik, einem Cocktail und sahen ein paar Akrobaten zu die im Sand mit Feuer jonglierten. An einem Tag ließen wir uns dann von einen Bootsmann auf eine nahe Insel übersetzen, die schon wieder Tarutao-flair hatte. Einsam, unberührt, mit Wald und Felsen. Wir nahmen ein Picknick mit, und unser ausgeliehenes Schnorchelzubehör. Das Schnorcheln war der Hammer. Man konnte metertief sehen und es gab gewaltige Korallen, mit wehenden Anemonen mit Fische in allen Farben darin. (sogar Nemo war da) Stundenlang tauchten wir immer wieder herab, sahen einen großen, gefährlich aussehenden Fisch von Nahem, blau leuchtende Wunder der Natur, ein Schwarm weißer Fische, eine Muräne stakte aus Steinen hervor und versuchte, uns Angst zu machen und Sandfarbene Fische taten so, als wären sie der Untergrund. Natürlich genossen wir unsere Tage auf Koh Lipe sehr.
Anschließend dann wieder eine lange Reise, diesmal auf die andere Seite Thailands. Weg vom Indischen Ozean zum Golf von Thailand, nach Koh Pha-Ngan. Auch dort, ähnlich wie auf Koh Lipe, waren Unmengen an Menschen, aber vielleicht lag es auch daran, dass die berühmte Fullmoonparty anstand. Am Pier angekommen, fuhren wir zur anderen Seite der Insel: zum „Bottle Beach“. Nur mit Boot erreichbar. Dort angekommen schwammen wir erst mal und lagen am Strand herum (ach echt? Sowas!) und spielten Beachvolleyball. Und saßen abends in dem Restaurant bei herrlichen Fruchtshakes, zusammen mit coolen Leuten aus aller Welt. Herrlich.
Am letzten Abend war dann die Fullmoonparty. Das war auch ein Erlebnis. Tausende Menschen strömten an den Strand, wo es Bühnen mit verschiedener Musik gab. Viele ließen sich auch vorher noch mit im dunkeln leuchtendem Bodypaint den Körper bemalen. Dann wurde die ganze Nacht durchgefeiert. Getanzt bis zum umkippen, viele haben natürlich auch getrunken und geraucht (an alle besorgten Verwandten: keine Sorge! Ich blieb nüchtern) . Dass wir das die ganze Nacht ganz ohne Pause durchhielten, kann nur an der wahnsinnigen Stimmung gelegen haben. Bei Sonnenaufgang tanzten dann nur noch vereinzelt Leute, aber ich musste dann ja auch schon weiter, um die erste Fähre zurück zum Festland zu nehmen, um rechtzeitig mein Meditationscamp antreten zu können.

Aber es war ja auch eh unser letzter Tag der Reise, wobei die lange Partynacht der krönende Abschluss war. Müde erschien der Abschied dann irgendwie unwirklich, aber es war auch besser so, denn unsere perfekte Gruppe zu trennen, mit der wir über zwei Wochen lang Thailand von oben nach unten durchquert hatten, war schon so schmerzhaft genug. Natürlich planen wir schon jetzt, wie wir uns wieder treffen können, um solch eine unvergessliche Reise zu wiederholen, aber erst mal kommen noch ein paar andere Ereignisse.........OBEN WEITERLESEN!

21.4.10 16:19
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen
Gratis bloggen bei
myblog.de