Ein Schulausflug der besonderen Art

Mit dem 5.12. war der Königsgeburtstag natürlich noch lange nicht zu Ende und so fuhr ich am 9.12. zusammen mit meiner Klasse und ca. 200 anderen Schüler meiner Schule nach Bangkok um an einer weiteren Veranstaltung rund um dieses Ereignis teilzunehmen.

Wir fuhren nach dem Mittagessen los, und nach 2h in einer Buskarawane, welche nicht nur aus Bussen mit unseren Schüler bestand, kamen wir in Bangkok am Treffpunkt an. Es handelte sich um den fast still gelegten zweit Flughafen Bangkoks, wo wir allerdings nur kurz den Bus wechselten und in kleinere Stadtbusse umstiegen. Nach einer weiteren halben Stunde in einem viel zu kleinen Bus hieß es dann aussteigen und zu Fuß weiterlaufen. Nach einer gefühlten Ewigkeit die wir zusammen mit Hunderten anderen rosa gekleideten durch Bangkok laufen mussten erreichten wir den Vorplatz des Königspalastes wo die Veranstaltung in den Abendstunden beginnen sollte. Wir hatten dann noch fast 5h Zeit, da wir viel zu früh waren, aber wie sich herausstellte war das gar nicht so schlecht, denn um auf die Toilette zu können, oder was zu trinken oder zu essen zu ergattern musste man ewig anstehen, und so was er ganz gut, das wir ein bischen mehr Zeit hatten. Im Laufe das Nachmittags füllte sich der riesige Platz und die umliegenden Straßen mit zehntausenden  rosa gekleideten Menschen. Man kann nur von Glück reden, dass wir welche von den heißbegehrten Stühlen ganz vorne vor der Bühne abbekommen hatten. Um 18°° Uhr wurde es dann plötzlich ganz still, bis auf einmal alle anwesenden Thais ihre Nationalhymne wie jeden Tag morgens ums acht und abends um sechs losschmetterten. Es war erstaunlich, niemand zwang mich mitzusingen, aber wie aus Reflex fing auch ich an zu singen. Nach 3 Minuten war dann wieder alles wie vorher und wir mussten 2 weitere Stunden warten. Um 20°° Uhr, es war mittlerweile dunkel geworden“ kehrte dann Ruhe ein, alle nahmen auf ihre Stühlen Platz und das Spektakel begann.

Bei der Vorstellung handelte es sich um eine 4D-Lichter-Show, bei welcher nicht nur einfache Laserstrahlen, sondern auch ganze Bilder und sogar ein Film über den König an die Palastwände geworfen wurden. Das ganze wurde noch von einem wahnsinnigen Symphonie Orchester und Tänzern begleitet und bei Liedern wie „King of Kings“ konnte man schon mal Gänsehaut bekommen, so sehr rührte einen die Liebe dieser Menschen zu ihrem König, welche sie in die Strophen legten. Nach einer Stunde Film, Bildern und Lichtinstallationen standen dann noch mal alle auf und zündeten Kerzen an um wieder gemeinsam die Königshymne zu singen. Anschließend gab es wieder das dreifache hoch auf seine Majestät. Es war einfach eine tolle Stimmung auf dem ganzen Platz und als dann alle zehntausende Menschen, oder vielleicht waren es auch viel mehr, noch die umsonst verteilten Fähnchen schwangen, dachte man, diesen König kann man doch einfach nur lieben.

Zum Abschluss gab es dann noch ein großes Feuerwerk, was wir aber nur noch ganz kurz sahen, da wir dann wie alle anderen auch versuchten los zurennen um einen der Busse zurück zum Flughafen und dann zurück nach Hause zu bekommen. Es war wirklich nicht einfach bei so vielen Menschen, von denen wie sich herausstellte fast alle zum Flughafen wollten, nicht auch noch die kleinste Gruppe von Freunden zu verlieren. Aber letzten Endes schafften wir es alle wieder in unseren Bus und konnten die Heimreise antreten, so das wir um 1°° Uhr nachts endlich wieder zu Hause war.

Es war alles in allem ein wirklich beeindruckendes Erlebnis, und wenn man bedenkt, das all die zehntausenden Menschen freiwillig dahin gekommen waren um ihren König zu ehren, und wenn man dann noch weiß, dass dieses Spektakel 2 Wochen lang jeden Abend stattfindet, dann bleibt wirklich kein Zweifel mehr an der Liebe der Thais zu ihrem König!
13.12.09 08:00


Königsgeburtstag, ein Großereignis der Superlative....

Der 5.12. ist wohl, ich denke das kann man ohne schlechtes Gewissen sagen, der wichtigste Tag im Jahre eines Thais. Es ist der Geburtstag ihres heiß geliebten Königs und natürlich war auch dieses Jahr wieder viel los, von dem ich euch jetzt berichten kann.

Angefangen hat die Euphorie schon vor Wochen, was man ganz simpel daran merkte, das alle Straßen mit Fahnen und Bildern des Königs gepflastert wurden. Überall konnte man die Thailandfahne (welche ja ohne hin schon nicht grade selten ist) und die gelbe Flagge des Königs sehen. Dazu wurden riesige Portraits des Königs aufgestellt, meist sind es allerdings Bilder von vor mindestens 15 Jahren als seine Majestät König Bumibhol Adulyadej von Thailand noch einigermaßen jung aussah, denn auch Thais, welche ihren König aus tiefster Überzeugung lieben können kaum ertragen zu sehen, wie geschwächt und alt ihr König dieser Zeit durch die Fernsehkanäle flimmert. Ein weiterer für Thais sehr wichtiger Punkt ist das tragen der Farbe rosa an und um den Geburtstag herum. Rosa ist dieses Jahr die Farbe die dem König seines Horoskops zu folge Gesundheit bescheren soll, und die kann der Dauergast im Krankenhaus nun wirklich dringend brauchen.

Schon am 3.12. fingen dann große Zeremonien zu Ehren des Königs, aber auch zu Ehren aller Väter an. Denn da seine Majestät der Vater der Nation ist, wird sein Geburtstag auch als Vatertag für alle Väter Thailands gehandelt. Am 4.12. hatte ich dann auch eine Vatertagsfeier an meiner Schule. Es lief ähnlich ab, wie bei dem im August voraus gegangenen Geburtstag der Königin, denn wieder wurden Urkunden an Väter und Lehrer verteilt und wieder gab es traditionelle Thai-Tänze. Diesmal wurde aber als Besonderheit nicht nur die Nationalhymne mit voller Inbrunst gesungen, sondern auch die Königshymne, welche aus tausend Kehlen so gewaltig rüberkommt, dass ein paar Reihen vor mir sogar ein Mädchen anfing zu weinen. Am Abend des 4.12. war dann ein großes Fest in meinem Wohnort, wo mein Gastvater als Bürgermeister natürlich nicht fehlen durfte. Bei diesem Fest, mit mindestens der Hälfte aller Einwohner von Ban Mo, wurde dann auch wieder die Nationalhymne und die Königshymne gesungen und dabei wurden diesmal sogar Kerzen angezündet. Und zum Ende gab es ein dreifaches Hoch auf den König mit dem Wunsch „Lang Lebe Der König“.

Am 5.12. also dem eigentlichen Geburtstag war ich dann zu nächst zu Hause aber trotzdem merke man das es ein besonderer Tag war. Alle Familienmitglieder trugen rosa Shirts und nach dem Frühstück gaben wir meinem Gastvater Blumen und wurden dafür gesegnet. Im Fernseher liefen natürlich die ganze Zeit nur Sendungen über den König und auch seine Ansprache wurde live übertragen. Es war fast ein bischen traurig ihm dabei zuzugucken, so zusammen gesunken hing er auf seinem Thron, es sah aus als wenn er jeden Moment runter fallen könnte, und obwohl wir im Land des Lächelns sind schaffte er es nicht einmal seine Mundwinkel nach oben zu ziehen. Aber na ja, er ist ja dieses Jahr auch schon 82 geworden. Am Nachmittag fuhren wir dann noch alle zusammen nach Bangkok, was gar nicht so einfach war, da so ziemlich in allen Straßen Stau herrschte, da anscheinend Halb Thailand die gleiche Idee hatte. Auf den Straßen trug dann wirklich mindestens jeder zweite ein rosa T-Shirt und als wir Abendbrot essen gingen, war es wirklich erstaunlich wie viele Menschen auf den Straßen unterwegs waren, das war selbst für Bangkok nicht normal. Um Mitternacht gab es dann noch ein riesiges Feuerwerk zu Ehren seiner heißgeliebten Majestät König Bumibhol Adulyadej von Thailand....
13.12.09 07:29


Ein Sportfest einmal anders

Seit einem Jahr wurde drauf gewartet, seit Monaten wurde vorbereitet, seit Wochen gab es kein anderes Thema mehr und seit Tagen herrschte der Ausnahmezustand.

Die Rede ist vom alljährlichen Sportfest meiner Schule, was ein bischen größer aufgezogen wird, als man es aus Deutschland kennt.

Die Grundlage dieses Großereignisses ist die grundsätzliche Einteilung aller Schüler der Schule in vier Teams. Es gibt rosa, grün, rot und blau und jedes dieser Farbteams ist zusammen gestellt aus Klassen aller Altersstufen. Den Vorsitz übernehmen jeweils die ältesten, also die 12. Klassen, welche so mit die Verantwortung für ca. 250 Schüler übernehmen denn Lehrer trifft man an diesen Tagen selten.

Die Vorbereitungen begannen schon vor meiner Ankunft hier, die ja nun auch schon wieder einige Zeit her ist, denn angefangen hat das ganze mit dem wöchentlichen einsammeln von Geld von allen Schülern. Der nächste Schritt waren dann die neuen T-shirts, denn um jedes Team auch von den anderen unterscheiden zu können bekam jeder das farbig passende Shirt und auch die jüngeren wurden von denn älteren unterschieden. Denn die ältesten bekamen den Zusatz „Staff“ damit man auch immer wusste an wen man sich mit Problemen und Fragen wenden konnte. Anschließend begannen die richtigen Vorbereitungen die nicht nur aus sportlichen Übungen bestanden, sondern auch aus dem Einstudieren der Cheerleader Choreographie. 2 Wochen vorher fiel dann täglich die letzte Stunde aus um zu üben und vorbereiten zu können, und am 19.11. begann dann das Spektakel.

Der ganze Schulhof war in pink, grün, blau und rot getaucht, denn sogar die Lehrer gehörten den Teams an. Nach der Eröffnungszeremonie wurde sich dann in Fußball, Basketball, Volleyball, Boule, Dakloh (Thai-Ball-Spiel) und vor allem Cheerleading gemessen. Jede Mannschaft musste gegen jede andere Farbe antreten. Aber bei all den Wettbewerben ging’s neben dem sportlichen Aspekt vor allem um das anfeuern. Es wurde geschrieen, getanzt, getrommelt und mit selbstgebastelten Puscheln wedelt. Jeder gab sein bestes und ich kann von meinem rosanen Team behaupten, das wir zwar sportlich eine Niete waren, aber schreien konnten wir am lautesten. Am 20.11. ging’s dann in die entscheidende Runde in den Mannschaftssportarten, denn die Finals standen an. Alle Mannschaften liefen noch mal zu Höchstleistungen auf, nur leider hatte mein Team schon bald wenig zu tun, da wir es leider nicht sehr oft in die Endrunde geschafft hatten. Aber darum ging es auch kaum, denn das zugucken bei den entscheidenden Spielen war einfach toll, da im wahrsten Sinne des Wortes bis zum umfallen alles gegeben wurde. Als dann die Sieger feststanden war endlich erst mal Wochenende, aber damit begann der größte und anstrengenste Teil der Sporttage!

Normaler Weise fahre ich ja bekanntlich jedes Wochenende nach Bangkok, aber dieses Wochenende bildete da eine Ausnahme, denn ich konnte meine Freunde einfach nicht im Stich lassen. Das ganze Wochenende verbrachten wir in der Schule von morgens bis abends, und das alles, wohl gemerkt, freiwillig, kein einziger Lehrer war anzutreffen, nur euphorische Schüler die die jeweils anderen Team-Mitglieder schon mal gerne mit Stichelein provozierten.

Der Hauptfaktor an diesen beiden Tagen war natürlich der Spaß, ganz klar, welcher Schüler wäre nicht mal gerne Herr über die Schule und würde diese nicht mal gerne als Saustall zurücklassen?! Aber vor allem wurde gemalt und gebastelt. Es entstanden Spruchbänder, Plakate und Kostüme, denn der wichtigste Teil eines Thaisportfestes ist die Parade. Dabei hat jedes Team die Möglichkeit, völlig unabhängig von sportlichen Aspekten, sein Können zu zeigen. Dazu werden Schüler in Kostüme verschiedenster Art geworfen. Mein rosa Team, was wohl gemerkt am Ende die Parade gewonnen hat, hatte sich dieses Jahr Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben und so saßen wir stundelang an der Fertigstellung von Kostümen aus Plastiktüten und Trinkpäckchen. Am Sonntag Abend gingen wir dann ziemlich erschöpft aber glücklich nach Hause, wobei ich wieder bei einer Freundin schlief, denn am Montag Morgen musste ich um 4°° Uhr in die Schule um mich selbst und die anderen zu schminken und anzukleiden. Es war eine tolle Stimmung auch wenn es so früh war, denn alle waren total aufgeregt und alle arbeiteten Hand in Hand, egal ob Junge oder Mädchen, 7. oder 12. Klasse. Ihr werdet lachen, aber das Hauptkommando in unserer Gruppe übernahm an diesem Morgen ein Schwuler, welcher auch die Hauptverantwortliche war im Mädchen schminken und beraten. Nach dem Sonnenaufgang füllte sich dann langsam die Schule und um 9°° Uhr begann die Parade. Vorne weg unser Schulorchester, dahinter die Fahnenträger und dann die einzelnen Farbteams. Jeder hatte sein bestes gegeben, und so gab es Schülerinnen die auf Sänften getragen wurden, es gab stolze kleine Mädchen in Thai-Kostümen welche zum ersten mal geschminkt vor Leute traten, es gab Schilder-Träger und traditionelle Thai-Figuren in atemberaubenden Kostümen. Wir liefen alle ins Stadium ein und nach tausenden Fotos und nachdem der Schulleiter noch ein paar nette Worte gesagt hatte war der ganze Aufriss auch schon wieder vorbei. Alle rannten schnell wieder in die Schule um sich umzuziehen, um den darauf folgenden Teil nicht zu verpassen. Denn Anschließend wurde getanzt, vom traditionellen Thai-Tanz bis zur modernen Choreographie, und das alles auch wieder in tollsten Kostümen. Jedes Team hatte dabei die Möglichkeit einen Tanz aufzuführen, natürlich begleitet von ihren schreienden Mitgliedern, welche in der Zwischenzeit auf ihren jeweiligen Tribünen Platz genommen hatten. Im Laufe des Tages begannen dann die Einzelwettbewerbe wie Laufen, Hochsprung, Weitsprung, Diskuswurf und Kugelstoßen. Es ging dabei weniger um den Sport als viel mehr um die rufenden und tanzen Teams auf ihren Tribünen. Es gab Schlachtgesänge, Fähnchen wurden geschwenkt und natürlich galt es bei all diesen Aktionen die Jurie zu beeindrucken die für all das am Ende Pokale vergeben würde. Am späten Nachmittag und nach einigen umgekippten Schülern gab es dann wieder ein paar nette Worte der Verantwortlichen, welche sich so sehr zurück gehalten hatten die letzten Tage und dann wurden die Pokale verliehen. Unter wahnsinnigem Applaus für jede Mannschaft, gab es Trophäen für Sport, für Chearleading und für die Parade. Insgesamt müssen es wohl so um die 20 gewesen sein und bei jeder einzelnen dieser Ohrenbetäubende Lärm. Um 17°° Uhr konnte ich dann endlich nach Hause, aber für die meisten anderen war noch lange nicht Schluss, da ja alles auch noch wieder aufgeräumt und abgebaut werden musste, und natürlich durfte auch die anschließende Party nicht fehlen und so könnt ihr euch sicherlich vorstellen, wie viele Schüler am darauf folgenden Tag zur Schule kamen............
13.12.09 05:56


Hier nur eine kurze Zwischenmeldung:

Am 10.12. war Halbzeit meines Auslandsaufenthaltes. Nocheinmal genauso lang und ich bin wieder im kalten Deutschland =)

lg, Alina

13.12.09 05:55


Loy Kratong - Festival

Am 2.11., in der Vollmondnacht des 12. Mondmonats findet in Thailand alljährlich das sogenannte Loy Kratong Festival statt. Es ist ein rauschendes Fest im ganzen Land bei dem dem Wasser gedankt werden soll und sich gleichzeitig für Wasserverschmutzung entschuldigt wird. Nachdem ich also am Vormittag noch unsere Buddhistische Zeremonie zu Hause hatte, fuhr ich nach dem Mittagessen zu meiner Schule, wo ich mich zusammen mit 40 anderen Schülerinnen zu unserer Thai-Tanz-Lehrerin begab. Dann begann der spannende Teil, denn wir alle sollten in typischen Thai-Kostümen eingekleidet werden um bei der Stadtparade unsere Schule zu repräsentieren. Insgesamt dauerte das fertig machen 4h, aber nur weil alle Schülerinnen sich gegenseitig halfen und auch ein paar Studentinnen sich an der großen Schmink- und Ankleideaktion beteiligten. Zunächst wurden wir also in Gruppen eingeteilt, denn je nachdem in welchem Teil der Parade man lief, demnach wurde das Kostüm und der Schmuck ausgesucht. Für mich selbst bedeutete dass, dass ich ein ganz spezielles Kostüm bekam, da ich die Parade zusammen mit dem deutschen Lehrerassistenten anführen und das Schild mit dem Schulnamen hochhalten sollte. Ich bekam dann auch eine spezial Behandlung, denn ich wurde von der Lehrerin persönlich eingekleidet, geschminkt und frisiert, nur das Grundgerüst übernahm eine Schülerin. Denn das traditionelle Dress bestand aus mehreren Schichten und das unterste Korsett wurde sogar zugenäht, damit es auch möglichst gut sitzt. Zwischendurch kam ich mir ziemlich schrecklich vor, so zugepudert und eingeschnürt, aber je länger die Prozedur dauerte desto erträglicher wurde und als es nach 2h endlich fertig war, hatte man sich schon fast dran gewöhnt. Anschließend ging es unter vielen bewundernden Rufen quer über den Schulhof, was schon eine Ewigkeit dauert, nur weil einfach jeder Schüler und Lehrer ein Foto zusammen mit den Schönheiten haben wollte. Dann fuhren wir endlich zum Treffpunkt wo die Parade starten sollte, und da wir schon ziemlich spät dran waren, hatten sich dort schon sämtliche andere Schulen versammelt, und alle samt mit wunderschön eingekleideten Schülerinnen und Schülern. Leider bliebt trotzdem nicht aus, das ich als Ausländerin trotzdem besonders ins Auge stach und wieder jeder ein Foto haben wollte. Um 17°° Uhr startete dann endlich die Parade, und es war schon ein großes Spektakel, denn jede Schule stellte mehrere Schüler, einen prachtvoll geschmückten Pick-up und manchmal noch die eine oder andere Besonderheit. Bei unserer Schule handelte es sich dabei um mich und unser Schulorchester, welches direkt hinter mir, und dem Lehrerassistenten mit dem Schild in der Hand, kam und die ganze Zeit präzise einstudierte Lieder spielte. Dahinter liefen die anderen Schülerinnen und den Schluss bildete wie bei jeder Schule der Pick-up. Und so machte sich die Parade auf den Weg durch den halben Ort, immer wieder anhaltend, und überall umjubelt von den am Straßenrand stehenden Thais. Es war wirklich ein weiter Weg, und vor allem in den zu kleinen Hackenschuhen fühlte es sich an wie ein Marathon, aber es war toll. Alle machten Fotos und man selbst hielt einfach nur das Schild in der Hand und lächeltet so viel es ging und schon war man der Star der Parade. Das Ziel war dann ein Fluss, wo wir nach 1,5h ankamen, als es bereits dunkel war und der Vollmond groß über dem Wasser zu sehen war. Es gab dann dort das typische Loy Kratong Spektakel, denn es waren unglaublich viele Menschen zusammen gekommen, um aus Bananenblättern gebaute Bötchen auf dem Fluss auszusetzen. Thais glauben, dass es Glück bringt und das man sich was wünschen kann, wenn die Kerze auf dem Fluss leuchtet und natürlich ist es auch um sich beim Wasser zu entschuldigen und sich zu bedanken. Natürlich setzten auch wir alle etwas ins Wasser und bewunderten danach den Fluss, der mittlerweile schon voll von wundeschönen Bötchen mit Kerzen und Räucherstäbchen drauf war. Leider mussten wir dann bald zur Schule zurück, um die ganzen tollen Sachen wieder auszuziehen und den Schmuck anzugeben. Aber der Abend war damit noch lange nicht zu Ende für mich, denn ich fuhr noch mit meiner ganzen Thai-Familie und deren Freunden zu einem Veranstaltungsort an einem See, um auch dort die Bötchen mit der ganzen Familie zusammen auszusetzen und sich was zu wünschen. Und sogar mein Gastvater war diesmal dabei, als wir unter anderem auch eine Schildkröte und Fische aussetzten, weil Thais glauben, dass es gut ist Tiere zu befreien und ihnen damit das Leben zu schenken! Anschließend fuhren wir noch zu einer anderen Veranstaltung, wieder auf der Ladefläche eines Pick-up´s durch die laue Abendluft, um dort an einem Gewinnspiel teilzunehmen, wo wir so viel Mist gewannen, dass es ganz schön eng wurde auf der Heimfahrt im Auto. Während des ganzen Abends hatte ich ja noch meine tolle Frisur und das geschminkte Gesicht von der Parade, und so blieb nicht aus, dass mich immer noch alle anstarrten, aber nach diesen Nachmittag hatte ich mich mittlerweile dran gewöhnt. Um 22°° Uhr waren wir dann endlich zu Hause, aber einfach ins Bett gehen war natürlich Fehlanzeige, denn erst musste ich unter die Dusche um eine halbe Stunde lang zu versuchen, dass Haarspray aus den Haaren zu bekommen und meinem Gesicht wieder die Normalfarbe zurück zugeben. Als dann aber endlich alles runter war fiel ich wie tot ins Bett, zusammen mit meinem rosa Plüschschwein, was das einzigst tolle war, was wir bei dem Gewinnspiel gewonnen hatten.... =)
6.11.09 04:49


Thai-Massage lernen

Heute ist ja leider schon mein letzter Ferientag von meinen anderthalb monatigen Ferien, aber ich will nicht wehleidig sein, denn es waren 5 wunderschöne Wochen mit vielen Highlights. Und einer dieser Höhepunkte war das 10 tägige Massagecamp, zusammen mit 7 anderen AFS´ern aus aller Welt von dem ich jetzt berichten möchte.

Nachdem es ja, wie vielleicht einige von euch mitbekommen haben, ein riesen Problem war das Ganze zu organisieren, da auch AFS uns mehr oder weniger unverschuldet einige Steine in den Weg gelegt hatte waren wir um so glücklicher als wir uns am 5.10. endlich in Bangkok trafen um unser Abendteuer anzutreten. Wir waren eigentlich  kaum aufgeregt, sondern mehr überglücklich, dass es jetzt endlich los gehen würde und so stiegen wir alle zusammen in einen Van ein der uns laut schnatternde „Farangs“ (Ausländer) nach Ayuthaya brachte. Dort angekommen gab es dann das erste Missverständnis, den der mini Bus hielt vor einem riesigen Hotel, was wir im ersten Moment unglücklicher Weise als unsere Bleibe für die nächsten 11 Nächte ausmachten, was allerdings ein riesen Fehler war, denn dadurch war die Enttäuschung um so größer, als wir in unserem richtige „Hotel“ ankamen. Dabei handelte es sich nämlich um ein kleines Haus mit mehreren Zimmern, von denen uns 2 zustanden. Eins für die Jungs, eins für die Mädchen. Das Problem war nur, dass wir 5 Mädchen waren und in dem Zimmer aber nur ein Doppelbett stand. Den Jungs ging es nicht wesentlich besser aber immerhin waren sie nur zu dritt. Wir arrangierten uns aber schnell mit der Situation und nachdem wir für jeden ein Kissen und wenigstens 3 Decken für uns 5 hatten, war auch schon alles viel besser. Am Nachmittag entschieden wir uns dann dazu zum nächsten Einkaufszentrum zum fahren um Bowlen zu gehen was zwar mit 20€ unverhältnismäßig teuer war, aber wir genossen es trotzdem. Am Abend saßen wir dann noch alle zusammen in einem der viel zu kleinen Zimmer und erzählten über das Erlebte der vergangen Wochen.

Nachdem wir dann spät in der Nacht noch aufgeteilt hatten wer auf dem Fußboden und wer zu dritt im schlafen musste, war es am nächsten Morgen nicht wirklich schlimm aufzustehen, denn die Nacht war alles andere als bequem. Wir gingen dann als erste alle zusammen joggen, was wir uns extra vorgenommen hatten, weil wir ja eigentlich alle schon das ein oder andere Kilo zugenommen haben. Nach der Tortur, denn auch morgens um 7.30 Uhr ist es heiß in Thailand, und nach einer leider sehr kurzen Dusche, denn wir hatten natürlich auch nur eine Dusche für 5 Mädchen, gab es dann erst mal ein ausgiebiges Ausländerfrühstück. Mit Milch, Cornflakes, Brot, Marmelade, Butter und Obst. Anschließend machten wir uns auf den Weg zu unsere Massage-Schule, welche 15min Fußweg entfernt lag. Dort angekommen füllten wir ein paar Formulare aus und danach ging dann auch schon bald der Unterricht los. Die Lehrerin erschien uns erst super freundlich und kompetent, aber nach kurzer Zeit erkannten wir, dass dies ein Irrtum war, denn während der ganzen 10 Tage sahen wir sie jeden Tag vielleicht 30min, was bei 5h Unterricht täglich, schon echt eine Leistung ist.

Wir hatten also Vormittags von um 10°° Uhr bis um 12°° Uhr Unterricht, dann 1h Mittagspause, und anschließend noch mal von um 13°° bis um 16°° Uhr Unterricht. Am Nachmittag hatten wir dann frei und so unternahmen wir verschiedene Dinge. Einen Tag gingen wir zu einem nahegelegenen Tempel, einmal gingen wir ins Kino (um einen der schlechtesten Filme die ich je gesehen hab anzugucken) und manchmal mussten wir einkaufen. Nach 5 Tagen Massage hatten wir dann am Samstag, dem 10.10 unseren freien Tag, an dem wir genauso früh aufstanden wie immer, denn wir hatten ja viel vor, und außerdem joggt es sich besser, je „kälter“ es ist, also je früher desto besser. Nach dem Frühstück fuhren wir dann mit einem Bus in das Stadtzentrum von Ayuthaya, um dort als erstes die langersehnten Fahrräder auszuleihen. Wir machten uns also auf die Suche und nach einigem umherfragen fanden wir einen Fahrradverleih wo wir für 3€ Fahrräder ausliehen.....3€ pro Fahrrad für 5 Tage! Anschließend machten wir uns, anfangs ein bischen unbeholfen, aber überglücklich auf den Weg in einen Park mit vielen Tempeln wo wir herum gurkten, Eis aßen, Fotos machten und irgendwann auch Mittag essen gingen. Am späten Nachmittag fuhren wir dann zurück zum Fahrradverleih von wo aus wir eine Bootstour machten, auf dem Fluss der durch die Stadt führte. Es war wirklich eine super Sache, denn das Boot hielt an drei tollen Tempeln und zum Schluss ging sogar die Sonne auf dem Fluss unter. Die darauf folgenden Tage hatten wir dann wieder Unterricht, aber wir hatten ja weiterhin Nachmittags frei, so dass wir einen Chinesischen Friedhof besuchten, welcher wirklich beeindruckend war, denn dir Gräber waren dort über und nicht unter der Erde, und wir fuhren zu einem Elefantendorf, wo es klar, Elefanten zu sehen gab, aber sie auch kleine Tigerbabys hatten. Und auch sonst fuhren wir viel herum, einfach nur um unsere Freiheit zu genießen, die uns erstens durch die Fahrräder und zweitens durch das nicht Vorhandensein von Gastfamilien oder Lehrer gegeben war. Am vorletzten Tag gaben wir dann wehleidig unsere Räder ab, aber dafür fanden wir ein echtes italienisches Restaurant, wo es richtiges Brot und richtige Pizza gab, was vor allem unsere Italienerin aus der Gruppe freute. Am letzten Tag mussten wir dann alle noch eine Prüfung machen, bei der ausnahmsweise auch mal die Lehrerin anwesend war, und am Ende gab es dann die Zertifikate und dann machten wir uns schweren Herzens mit dem Zug auf den Heimweg zurück nach Bangkok.

Wir waren uns alle einig, dass die ein paar der schönsten Tage in Thailand waren und auch das wir die beste Gruppe überhaupt waren, und wir versprachen uns, uns alle bald wieder zu sehen......

25.10.09 16:09


Englisch-Camp

Ein Englisch-Camp am Strand

 

 

3 Tage Englisch-Camp, mit vielen anderen Ausländern und 160 Thais, in einem tollen Hotel am Strand.... wer hätte das nicht gerne?!

Es war am Sonntag Abend um 22°° Uhr als meine Advisorin mich anrief und mir genau dies zum Angebot machte. Ich war natürlich sofort von der Einladung begeistert und nachdem meine Gastmutter zugestimmt hatte, fing ich an meine Sachen für die nächsten Tage zu packen. Am Montag morgen fuhr ich dann mit meiner Schwester zur Schule, zur gewohnten Zeit, und das an meinem ersten eigentlich richtigen Ferientag, aber das war es mir wert. In meiner Schule traf ich dann auf Erica, die Italienerin, und zusammen fuhren wir mit dem Van nach Bangkok. Dort angekommen standen wir dann an der Van-station ohne einen blassen Schimmer wer uns abholen würde sondern nur mit dem versprechen, DAS uns jemand abholen würde. Nach einer halben Stunde kam endlich jemand, der unsere Namen kannte und der meinte er wäre der jenige der uns abholen würde und uns blieb nichts anderes übrig als ihm zu vertrauen. Wir fuhren dann zu dem Büro von der Organisation, welche das Englisch-Camp organisierte und trafen dort auf Will, einen Amerikaner der aussah wie ein Thai. Mit ihm verbrachten wir dann auch den ganzen Tag in Bangkok, da das Camp erst am Dienstag anfangen sollte, es aber erst Montag Mittag war. Wir fuhren also in ein Touristenviertel wo es lauter tolle Läden gab, die aber leider alle von Ausländer bevölkert waren. Es ist schon komisch, denn eigentlich waren wir ja selber Ausländer, aber irgendwie fühlten wir uns unwohl zwischen so vielen anderen weißen. Zum Abendbrot gingen wir dann in das Restaurant mit dem angeblich besten Pad-thai der Welt. (frittierte Nudeln mit Gemüse und so) Anschließend mussten wir leider schon wieder zum Büro zurück, aber da wir 2h mit dem Bus fahren mussten, da so viel Verkehr war, kamen wir erstmal 2h zu spät, aber es hat zum Glück keinen gestört. Im Büro trafen wir dann auch auf die anderen Ausländer (Tony (AUS), Stephan (GER), Anna (FRA), Ben (FRA), S (USA)) und zusammen gingen wir in das Appartement der Organisationschefin. Als wir dort aber ankamen traf uns allerdings der Schlag, denn die Wohnung war so mölig und dreckig, dass wir uns nicht vorstellen konnten dort eine Nacht zu bleiben. Nachdem wir dann aber alle erst mal geduscht hatten kam die Erlösung, in Form von 10 Thais die dort übernachten sollten und durch dir wir ins Büro umziehen mussten. Im Büro hatten wir dann zwar keine Decken sondern nur Laken die wir auf den Fußboden legen konnten und wir mussten auch alle zusammen in einem Raum schlafen, aber alles war besser als diese Wohnung.

Am nächsten Morgen mussten wir dann um 5.30 Uhr aufstehen, und dann ohne Frühstück in den Bus steigen um zur Schule zu fahren um dort die 160 Thai-Schüler abzuholen. Um 7°° brachen wir dann von der Schule auf und der anstrengende Teil des Camps begann, denn wir mussten auf die Schüler aufpassen, uns um sie kümmern und sie gleichzeitig unterhalten und bespaßen. Da es aber noch so früh war, waren die meisten Kinder noch ziemlich müde und so beließen wir es dabei die Bücher, Stifte, etwas zu Essen und die Namenskärtchen auszuteilen. Auf dem Weg zu unserem Hotel hielten wir dann noch an einem Sommerpalast eines Königs an, der direkt am Strand lag und einen tollen Park drum herum hatte. Dort aßen wir dann auch Mittag und anschließend fuhren wir dann in unser palastartiges Hotel, auch direkt am Strand. Dort angekommen war dann aber leider keine Pause, sondern es ging gleich los mit dem Programm und nachdem wir ein bischen gesungen und Spaß gehabt hatten, ging es daran das Thema Klimaerwärmung in kleinen Grüppchen zu besprechen. Das ganze Stellte sich allerdings als sehr schwierig heraus, denn die Schüler sprachen fast kein Englisch auch wenn sie von einer besten Schulen Thailands kamen, an der es sogar Samstags Unterricht gibt. Am späten Nachmittag hatten wir dann ein bischen Freizeit um unsere Zimmer zu beziehen und den tollen Strand zu erkunden. Zum Abendbrot gab es dann noch ein Highlight, denn wir aßen nicht im Hotel, sondern fuhren zu einem berühmten Markt, ganz in der Nähe, wo wir 100 Baht (2&euro bekamen und uns 2,5h frei bewegen konnten.

Der nächste Morgen startete dann mit einer typischen Thai Macke, denn fast alle Schüler kamen 2h zu spät zum Treffpunkt und das obwohl wir zum Strand wollten. Wir fuhren dann aber trotzdem noch zum Meer, wo wir über 4h verbrachten, Banana-Boat und Kajak fuhren, schwammen, Mittag aßen und vor allem Spaß hatten. Pünktlich zum Ende des Ausflugs fing es dann an zu schütten und so ging es zurück ins Hotel, wo wir ein bischen mit dem Englisch lernen weitermachten, bis alle endlich ein bischen Freizeit hatten und tun und lassen konnten was sie wollten. Nach dem Abendbrot trafen wir uns dann wieder alle und es gab ein buntes Abendprogramm mit Schauspiel, Disko und wieder viel Spaß bis spät in die Nacht.

Der letzt Morgen war dann fast ein bischen schweigsam, denn allen war bewusst, dass es der letzte Morgen zusammen sein würde. Wir frühstückten dann zwar noch ganz normal und am Anfang des Vormittags gab es auch noch ein bischen Programm, aber nach dem Mittag essen wurden nur noch die Zertifikate ausgeteilt und dann ging es in den Bus auf zur Heimreise. Im Bus war es dann allerdings noch mal ziemlich lustig, denn mittlerweile kannte meine seine Namen und es wurde ein Mix aus Thai und Englisch gesprochen, so das jeder irgendwie verstand worum es ging. Kurz vor der Schule hatte der Bus dann zwar noch eine Panne und blieb mitten auf einer Brücke einfach stehen, aber gegen 18°° Uhr kamen wir dann wieder an der Schule an. Um 19.30 Uhr waren dann auch wir, der Staff, wieder im Büro angekommen und gingen dann erst mal Abendbrot essen. Später am Abend folgte dann allerdings noch ein Schock, denn es hieß wir sollten heute im Appartement übernachten, was wir dann auch wiederwillig taten. Aber am nächsten Morgen, nach einer etwas schlaflosen Nacht, hatten wir die Nase voll und fingen alle zusammen an die Wohnung aufzuräumen und zu putzen und da wir sowieso nicht aus Bangkok raus konnten da wegen Demonstrationen einige Hauptstraßen blockiert waren hatten wir auch genug Zeit. Und als wir dann am späten Nachmittag endlich nach Hause konnten, war die Wohnung dann so sauber und ordentlich, das wir gerne versprachen wieder zu kommen und wieder Englisch Lehrer für kleine Thais zu spielen.

3.10.09 17:53


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